Soviel Speicher war noch nie: Sony und Panasonic entwickeln einen Datenträger, der die Blu-ray Disc ablösen und mehr Daten als je zuvor aufnehmen soll. Damit würde die silberne Scheibe, wie wir sie seit dem Erscheinen der Audio-CD kennen, endgültig zu einem professionellen Archivierungsmedium werden. Allerdings: Es braucht besondere Brenner-Laufwerke, um die neuen runden Speicher-Riesen nutzen zu können.

Besonders beständiges Speichermedium

Ziel der seit 2013 bestehenden Kooperation von Sony und Panasonic ist die Entwicklung eines optischen Datenträgers, der mehr Daten speichern kann und länger haltbar ist als alle vorhergehenden Speichermedien. Optische Speichermedien eignen sich hierzu besonders, da sie besonders staub- und wasserresistent sind. Darüber hinaus sind sie auch Klimaveränderungen gegenüber unempfindlich. Um jedoch den Anforderungen einer professionellen Archivierung zu genügen, müssen optische Speichermedien größere Datenmengen aufnehmen können, als es bisher möglich war.



300 GB bis Ende 2015, danach Kapazitäten bis zu 1 TB

Das seit über zwei Jahren laufende Projekt hat sich bis zum Ende des Jahres 2015 eine Benchmark von 300 Gigabyte gesetzt. Dabei soll es aber nicht bleiben: Der Blue-ray-Nachfolger soll es in zwei weiteren Entwicklungsschritten auf zunächst 500 Gigabyte und dann auf sage und schreibe ein Terrabyte bringen. Die Archival Disc soll beidseitig beschreibbar sein und auf jeder Seite drei Datenschichten besitzen. In der 300-Gigabyte-Version hat jede Schicht dann 50 Gigabyte Speicherkapazität.

Anwendung im Konsumentenbereich zurzeit eher unwahrscheinlich

Laut den angedachten Spezifikationen soll die Archival Disc wie die Blue-ray auf einer Wellenlänge von 405 Nanometern arbeiten, die numerische Apertur beträgt dabei 0,85. Der Spurabstand ist 0,225 Mikrometer, und ein so genannter Reed-Salomon-Code ist für die Fehlerkorrektur zuständig. Die Archival Discs lassen sich nur einmalig beschreiben, wozu besondere Brennerlaufwerke benötigt werden. Die doppelseitige Nutzung der Disc macht eine Verwendung im Consumerbereich zurzeit noch eher unwahrscheinlich – obwohl die Filmindustrie die Hersteller bereits nach mehr Speicherkapazität gefragt hat. Auch die dreifache Datenschichtung macht durch ihren erhöhten Fertigungsaufwand eine Massenfertigung im Moment noch unwahrscheinlich. So werden die Archival Discs wohl tatsächlich erstmal ihren Platz ausschließlich in Archivschränken finden.

Foto: Fotolia, 19881973, fergregory

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